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Wilhelm-Ostwald-Institut für Physikalische und Theoretische Chemie

Die Physikalische Chemie in Leipzig ist stark verbunden mit dem Namen Wilhelm Ostwald, der zusammen mit Swante Arrhenius, Jacobus Henricus van’t Hoff und Walter Nernst das Forschungsgebiet der Physikalischen Chemie begründete. So entstand im Jahre 1871 der erste Lehrstuhl der Physikalischen Chemie mit Sitz in Leipzig. Im Jahre 1909 erhielt Wilhelm Ostwald den Nobelpreis für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der chemischen Gleichgewichte und der Katalyse. Derzeit konzentrieren sich die Forschungsgebiete des Instituts auf die fakultätsübergreifenden Schwerpunkte neue Materialien, Katalyse und nachhaltige Systeme.

Aktuelles

Edelgase gar nicht so edel?
Wissenschaftlern des Wilhelm-Ostwald-Instituts für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Leipzig ist es gelungen, entgegen allgemeiner chemischer Intuition, die Edelgase Krypton und Xenon in einer Gasphasenreaktion chemisch an ein elektronenreiches Molekül zu binden. Zusammen mit Forschern des US-amerikanischen Pacific Northwest National Laboratory und den Universitäten Bremen und Wuppertal konnte mit Hilfe spektroskopischer und quantenchemischer Methoden die molekulare Ursache für dieses bemerkenswerte Reaktionsverhalten aufgeklärt werden. Die Forschungsergebnisse stellen die Leipziger Wissenschaftler nun in der Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe des angesehenen Fachjournals „Angewandte Chemie, International Edition" vor.
Pressemitteilung der Universität
Warnecke et al., Angew. Chem. Int. Ed. 2017, 56, 7980 (englische Version)
Warnecke et al., Angew. Chem. 2017, 129, 8090 (deutsche Version)
Link zu den Seiten des AK Asmis

Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe von Professor T. Heine ist es in Zusammenarbeit mit der SCM NV, Amsterdam, gelungen auf Grundlage erster Berechnungen vorauszusagen, dass sich die 1S-NbX2-Polytype mit Schwefel, Selen und Tellur als Chalkogenidkomponente anders verhält als alle anderen bekannten zweidimensionalen Dichalkogenide mit Übergangsmetallen aus Gruppe 5: Diese Materialien sind keine paramagnetischen Halbleiter mit indirekter Bandlücke, sondern trotz NbIV-Spezies diamagnetische, direkte Halbleitermaterialien. Sie zeichnen sich ebenso durch hohe Ladungsträgermobilität aus, sodass sie ein vielversprechendes Material für elektronische und optoelektronische Anwendungen darstellen. Es wird außerdem über erste Ergebnisse berichtet, denen zufolge sich das isoelektronische 1S-TaS2 ebenso verhält.
Y. Ma et al., Angew. Chem. Int. Ed., DOI: 10.1002/anie.201702450
Pressemitteilung der Universität

Dr. Yu Jing - Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Dr. Yu Jing, Nachwuchswissenschaftlerin in der Gruppe von Prof. Thomas Heine, erhielt die begehrte Marie-Sklodovska-Curie-Forschungsförderung der Europäischen Union. Für eine Laufzeit von zwei Jahren wird Forschung an Covalent-Organic-Frameworks (COF) unterstützt. Diese Verbindungen könnten als Katalysatoren für die Gewinnung von Wasserstoff aus Wasser mithilfe von Sonnenlicht verwendet werden. Ziel der Forschung ist es nun, geeignete COFs zu finden und zu optimieren.
Pressemitteilung 073/2017 der Universität vom 30.3.2017

Die Herstellung reinen Deuteriums und die Entfernung von Tritium aus radioaktiven Abfällen sind die größten Herausforderungen bei der Trennung leichter Isotope. Bisherige Techniken sind jedoch sehr kostenintensiv und wenig effektiv. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Forschern des WOI stellt nun eine neuartige metallorganische Gerüstverbindung (MOF) mit Cu(I) als aktivem Zentrum vor. Diese kann Deuterium- und Tritiumgas aus einem Wasserstoffgemisch absorptiv abtrennen. Die Selektivität, mit der D2 und H2 getrennt werden können, ist bisher unerreicht.
I. Weinrauch et al., Nat. Commun. 8 (2017), 14496
Pressemitteilung der Universität

Wissenschaftlern am Wilhelm-Ostwald-Institut für Physikalische und Theoretische Chemie ist es erstmals gelungen, ein molekulares Kugellager nicht nur zu erzeugen, sondern auch dessen Beweglichkeit spektroskopisch nachzuweisen. (Artikel, deutsche Version, Pressemitteilung, Radio Mephisto 97.6-Interview).

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letzte Änderung: 27.06.2017

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